Bosse van deme Kalende war einer der Hauptmänner der Vitalienbrüder. Zusammen mit seiner Frau Sigrid, der Tochter des Gottschalk von Stove wurde er in Wisby auf Gotland begraben.[1][2]
Leben
Namensvarianten: Bosse van deme Calande, Bossen van deme Kalende, Bůsse van deme Kalande, Bosse vamme Kaland
Lebensdaten: begraben in Wisby auf Gotland[3]
Herkunft: mecklenburgische Fürstenburg Kaland; Linie der Finkenthaler, heutiges Alt-Kalen
Tätigkeitsgebiet: Gotland, Stockholm
Verwandtschaft: Vater: Hermann von Finkenthal; Ehefrau: Sigrid von Stove
Tätigkeiten
Aktivitäten als Fehdehelfer: Bosse van deme Kalende hatte auf Seiten der Mecklenburger an der Fahrt nach Stockholm teilgenommen, um die von den Dänen belagerte Stadt mit Nahrung und Soldaten zu versorgen.[4]
Status: Hauptmann der Vitalienbrüder, Ritter
Fahrgemeinschaften: Ranibold Sanewitze; Hartwich Sedorpe; Arnd Stüke; Clawus Mylges; Marquard Preen; Bertram Stokeled; Lyppold Rumpeshaghen; Hinrik Lüchowe
Auftraggeber: unbekannt
Angaben zu Schiff und Besatzung: unbekannt
Sonstige Tätigkeiten: unbekannt
Sonstiges
Der Ritter Bosse van deme Kalende stammte aus einer um die Mitte des 18. Jahrhunderts erloschenen Adelsfamilie aus Mecklenburg ab. Sein Name lässt sich von der mecklenburgischen Stadt und Fürstenburg Kaland ableiten. Der Spitzname Bosse war für Knappen in der Familie van deme Kalende gebräuchlich. Seine Familie lässt sich in drei Linie nach den Gütern Rey, Sukow und Finkenthal unterteilen, die in der Nähe der Stadt Kalen und dem Kloster Dargun lagen. In der Linie Sukow lebte im Jahr 1360 ein Knappe Borchard von Kalant und in der Linie Finkenthal im Jahre 1392 ein Knappe Bosse von Kaland. Dieser Bosse van deme Kalende aus der Linie Finkenthal war einer der Hauptmänner der Vitalienbrüder. Denn er veräußerte die Erbschaft, die ihm sein Vater Hermann von Finkenthal hinterlassen hatte, um Geld für "besondere Unternehmungen"[5]der Vitalienbrüder zu beschaffen.
In folgenden Quellenbänden gibt es keine weiteren Hinweise:
Hanserecesse: Abt. I, Bde. 2-8, hrsg. v. Karl Koppmann, Leipzig 1872-80.
Höhlbaum, Konstantin / Kunze, Karl u.a. (Hg.): Hansisches Urkundenbuch, Bd. 1-11, Halle, 1876-1916.
Mecklenburgisches Urkundenbuch: hrsg. v. dem Verein für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bde. I.- XXII., Schwerin 1863-1907.
Suhm, Petrus Fridericus/ Langebek, Jacobus: Scriptores rerum Danicarum medii aevi, partium hactenus inediti, partim emendatius editi, quos cellegit/adornavit et publici juris fecit Jacobus Langebek, Bd. 6., Nendeln/Lichtenstein 1969.
Svenska Riks Arkivets pergamentsbref Bd. II. 1383-1400, Stockholm 1868.
Quellen
MUB 11930; MUB 12444; MUB 12488; MUB Bd. XXII (1907), Nr. 12669,_Nr._12669 "MUB Bd. XXII (1907), Nr. 12669"); Svensk Riksarkivets Pergamentsbref. Nr. 2511, Necrol. Gotl. fratr. Min. SRD. VI. 571
Literatur
Cordsen, Hans-Christian: Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907.
Lisch, Georg Christian Friedrich: Beitrag zur Geschichte der Vitalienbrüder und Landstädte am Ende des 14.Jahrhunderts, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 15 (1850), S. 51-62.
Puhle, Matthias: Die Vitalienbrüder. Klaus Störtebeker und die Seeräuber der Hansezeit, Frankfurt am Main/New York ²1994.
Matthias Puhle, Die Vitalienbrüder: Söldner, Seeräuber?, in: Wilfried Ehbrecht (Hrsg.), Störtebeker. 600 Jahre nach seinem Tod. (Hansische Studien, Bd. 15) Trier 2005, 15-23, hier: S. 19.
Suhm, Petrus Fridericus/ Langebek, Jacobus: Scriptores rerum Danicarum medii aevi, partium hactenus inediti, partim emendatius editi, quos cellegit/adornavit et publici juris fecit Jacobus Langebek, Bd. 6., Nendeln/Lichtenstein 1969.
Einzelnachweise
↑
Dominus Booz de Kalande, Miles et uxor eius Domina Sigrydis Necrol. Gotl. fratr. Min. SRD. VI. 571
↑
Vgl. Lisch, Georg Christian Friedrich: Beitrag zur Geschichte der Vitalienbrüder und Landstädte am Ende des 14. Jahrhunderts, in: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 15 (1850), S. 59.
↑
Necrol. Gotl. fratr. Min. SRD. VI. 571
↑
Vgl.MUB Bd. XXII (1907), Nr. 12669
↑
Cordsen, Hans-Christian: Beiträge zur Geschichte der Vitalienbrüder, Halle 1907, S. 42.
